„Was CyberMentor für mich besonders macht, ist der Ansatz, sehr früh anzufangen.“ – Mentorin Angels Via über ihr Engagement als Mentorin und ihre besondere Auszeichnung
Interview: Teresa Brandmüller
Angels via arbeitet als System Test Engineer bei Rohde & Schwarz. Sie engagiert sich in ihrem zweiten Mentoring-Jahr bei CyberMentor und hat kürzlich die Auszeichnung „Highly Commended Mentor of the Year“ bei den Women Leaders in Electronics Awards erhalten. Dazu gratulieren wir ihr recht herzlich! Im Interview berichtet Angels über ihre Auszeichnung und gibt einen Einblick in ihre Tätigkeit als Mentorin.
Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung „Highly Commended Mentor of the Year“ bei den Women Leaders in Electronics Awards! Wie kam es zu dieser Auszeichnung und was bedeutet dir diese Anerkennung?
Vielen Dank! Eine Kollegin hat über diese Awards erfahren und sie hat an mich gedacht, weil ich die engagierteste Mentorin in unserer Firma bin. Wir haben es einfach ausprobiert, wir hatten aber wenige Hoffnungen, dass ich Finalistin würde, und noch weniger, dass ich diese Anerkennung bekommen würde!
Für mich bedeutet diese Auszeichnung vor allem, dass die Arbeit, die ich seit vielen Jahren mache, zunehmend sichtbar wird.
Mentoring passiert oft im Hintergrund – umso mehr freue ich mich, dass dieses Engagement wahrgenommen und wertgeschätzt wird.
Du bist nicht nur bei CyberMentor als Mentorin aktiv. Bei welchen weiteren Mentoring – Programmen engagierst du dich?
Ich bin in einem Mentoring Programm an der Technischen Universität München aktiv, das nur für Studentinnen ist. Das Ziel ist es, den Frauenanteil in technisch-orientierten Unternehmen zu erhöhen und den Berufseinstieg für Studentinnen zu erleichtern.
Und ich bin auch Mentorin bei uns in der Firma, ich begleite eine Werkstudentin und helfe ihr dabei, ihren beruflichen Weg und ihre langfristige Karriereplanung zu gestalten.
Was macht CyberMentor für dich besonders?
Was CyberMentor für mich besonders macht, ist der Ansatz, sehr früh anzufangen. Ich war viele Jahre als Mentorin an der Universität tätig, habe aber gemerkt, dass dieser Zeitpunkt oft schon zu spät ist, da der Frauenanteil in technischen Studiengängen weiterhin sehr niedrig ist. Deshalb wollte ich bewusst früher ansetzen und Mädchen bereits vor der Studienwahl ermutigen, sich technische Wege zuzutrauen. Über eine Kollegin bin ich auf CyberMentor aufmerksam geworden und habe mich sofort angemeldet.
Inzwischen bin ich im zweiten Jahr dabei und bin nach wie vor überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Besonders schätze ich nicht nur die Arbeit mit den Schülerinnen und den Austausch mit anderen Mentorinnen auf der Plattform, sondern auch die Forschung, die das Programm begleitet. Ich finde es sehr wertvoll, dass hier systematisch untersucht wird, welche Maßnahmen wirklich wirken.
Warum hast du dich dazu entschieden, Mentorin zu werden?
Ich habe mich damals über meinen Arbeitgeber als Mentorin an der TUM angemeldet, nachdem ich einige Monate zuvor von einer Freundin von einer besonderen Erfahrung gehört hatte. Sie hatte an einem Sommercamp für Mädchen teilgenommen und wurde dort von den Teilnehmerinnen interviewt.
Die Mädchen haben ihr sehr viele Fragen gestellt – zu ihren Entscheidungen, ihrem beruflichen Weg und warum sie sich für bestimmte Richtungen im Leben entschieden hat. Das hat sie selbst stark zum Nachdenken gebracht.
Sie war so begeistert von dieser Erfahrung, dass mich das neugierig gemacht hat. Ich fand die Idee spannend, durch Fragen und Austausch nicht nur andere zu unterstützen, sondern auch selbst zu reflektieren.
Was war dein bisher prägendstes Erlebnis im Mentoring?
Es gibt für mich gar nicht das eine prägende Erlebnis, sondern eher die Summe vieler kleiner Momente.
Jede Mentee bringt ihre eigenen Fragen, Unsicherheiten und Perspektiven mit. Und nach den Gesprächen zu sehen, dass meine Erfahrungen – oder manchmal einfach schon das Zuhören – helfen konnten, gibt mir sehr viel zurück.
Genau diese Entwicklung mitzuerleben ist für mich das Prägendste und auch die größte Motivation, weiterhin als Mentorin aktiv zu sein.
Welchen Rat würdest du Mädchen geben, die sich für den MINT-Bereich interessieren?
Sich einfach trauen – und wenn Zweifel aufkommen, Unterstützung suchen, zum Beispiel bei CyberMentor oder bei anderen Vorbildern.
Wir können das.
Ist dir noch etwas wichtig, zu erwähnen?
Es ist noch ein langer Weg, bis alle Mädchen in Deutschland ihre eigene Richtung frei wählen können, ohne dass gesellschaftliche Erwartungen sie beeinflussen.
Aber ich bin überzeugt: Wenn wir Programme wie CyberMentor weiter stärken und ausbauen, können wir diesen Wandel deutlich beschleunigen.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Engagement auch andere Frauen dazu ermutigen kann, selbst Mentorinnen zu werden. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass solche Programme noch sichtbarer werden und mehr Schulen in ganz Deutschland erreichen.
Herzlichen Dank für das Gespräch und die Einblicke! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude in deinem Engagement!
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