Geschichte
Von 2005 bis 2007 wurde das damalige Pilotprojekt durch das baden-württembergische Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum gefördert. Als das Programm 2005 nach einer Vorbereitungsphase online ging, übertraf es seine ursprünglichen Ziele: Statt der geplanten 200 Mentoring-Paare nahmen ganze 355 Paare in den ersten beiden Jahren am Programm teil. Die Universität Ulm würdigte die Entwicklung von CyberMentor im Jahr 2006 mit dem Frauenförderpreis. Trotz dieser Erfolge wurde für das dritte Jahr keine Förderung bewilligt. CyberMentor wurde daher 2008 ehrenamtlich weitergeführt und konnte in der dritten Runde 256 Mentoring-Paare aufnehmen.
Bundesweite Förderung und Skalierung des Programms
Die 2. Förderphase des Programms begann Ende 2008 mit der bundesweiten Förderung. CyberMentor wurde in den Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen aufgenommen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch den Europäischen Sozialfonds gefördert. Das CyberMentor-Team wuchs und organisierte – mit dem Ruf von Prof. Dr. Heidrun Stöger an die Universität Regensburg – nun auch von diesem Standort aus das Programm. Mit der Förderung durch das BMBF wurde zusätzlich zu einer deutschlandweiten Ausdehnung eine umfangreiche Begleitforschung eingeführt und die Teilnehmerinnenzahl auf jeweils 800 Schülerinnen und 800 Mentorinnen pro Runde festgelegt. 2011 zog das Ulmer-Team an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, da Prof. Dr. Dr. Albert Ziegler dort den Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie übernahm. Um die Institutionalisierung des Programms und eine Förderung durch die Wirtschaft voranzutreiben, wurde im selben Jahr der CyberMentor-Beirat gegründet. Aufgrund des nachweislichen Erfolgs von CyberMentor (vgl. Abschnitt „Forschung bei CyberMentor“) wurde ab 2012 eine zweite finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium mit der Maßgabe bewilligt, das Programm zu verstetigen. Zeitgleich begannen sich entsprechend große Unternehmen wie Siemens AG, Daimler AG, IBM Deutschland, SAP AG, Krones AG und Maschinenfabrik Reinhausen GmbH als Sponsoren für CyberMentor zu engagieren. Wie die Pilotphase verlief auch die erste BMBF-Förderphase sehr erfolgreich: Insgesamt nahmen in den sechs Jahren 3.428 Mentoring-Paare teil.
Einführung des Community-Konzepts und umfangreiche Förderungen
Erste Evaluationsergebnisse zeigten, dass aktive Teilnehmerinnen mit einer guten Vernetzung auf der Online-Plattform stärker von CyberMentor profitierten. Um den Ergebnissen Rechnung zu tragen, wurde für die Runde 2012 das Community-Konzept eingeführt. Eine Community setzt sich aus zwei Mentoring-Paaren (zwei Mentorinnen und zwei Schülerinnen) zusammen, die die gleichen MINT-Interessen teilen und gemeinsam Projekte bearbeiten können. Um die Aktivitäten innerhalb der Communities zu unterstützen, wurde das CyberMentor-Jahr in vier Mentoring-Phasen eingeteilt und eine Auswahl an MINT-Projekten erstellt. Für die Dokumentation der Projektarbeit wurden MINT-Wikis eingerichtet, die von allen Teilnehmerinnen abgerufen und eigenständig bearbeitet werden können.
Seit 2014 erfolgt die Finanzierung von CyberMentor vollständig über Ministerien, Stiftungen sowie Sponsoren- und Spendengelder. Ein wichtiger Schritt für CyberMentor war zu dieser Zeit auch ein umfassendes Redesign der Online-Plattform und Website.
Verschiedene weitere Sponsoren wie der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. und ZF Friedrichshafen AG förderten das Projekt lange Zeit. Besonders hervorheben können wir dabei die Mercedes Benz Mobility AG, die unsere Arbeit auch weiterhin mitfinanziert.
Insgesamt konnte das CyberMentor-Programm bisher knapp 12.000 Mentoring-Paaren die Chance ermöglichen, ihre MINT-Interessen miteinander zu teilen und gemeinsam Perspektiven für die Zukunft der Mentees im MINT-Bereich zu entwickeln. Gleichzeitig arbeitet das CyberMentor-Team kontinuierlich daran, auch künftig einer Vielzahl an Mädchen die Teilnahme zu ermöglichen